Außerdem tritt bei Menschen mit Albinismus ein Nystagmus (Augenzittern) auf, das selbst wohl einen störenden Einfluss auf das Sehvermögen hat und dessen Ursache noch nicht geklärt ist. Du hast schon recht, sieht jetzt viel harmonischer und luftiger aus. Passt auch richtig gut zum Frühling. Und der Tisch hat ja wirklich dann Geschichte und es gibt kein zweites Mal. Das finde ich echt klasse! Pigmentflecken Am Bein Livera Wie nutzt man Korrektur-Stifte? Kein Teint ist von Natur aus perfekt: durchschimmernde Äderchen, gerötete Stellen oder erste Pigmentstörungen gilt es zu kaschieren. Die leicht grünlich schimmernden, sehr hellen Korrekturstifte neutralisieren die unterschiedlichen rötlichen Farbnuancen der Haut optisch. Sie werden sparsam auf die entsprechenden Stellen getupft - gut eignet sich der Ringfinger - und später mit einem leichten Make-up überdeckt. Flecken Gesicht Kind 7 Jahren Die Gischt einer zweiten Welle strömte über den Strand und spülte das Haar zurück, das an den nassen Wangen des Kopfs geklebt hatte. Ralph lief schneller, obwohl er wußte, er würde mit ziemlicher Sicherheit zu spät kommen. Die Flut kam immer schneller. Carolyn würde, lange bevor er ihren eingegrabenen Leib freilegen konnte, ertrinken. Pigmentflecken Oberlippe Sonne 50 »Candys Mann geht hin und schließt es ab. Ich habe ihm meine Schlüssel gegeben. Gretchen Tillbury sagt, Ed darf um nichts auf der Welt hingehen, nicht einmal, um sein Scheckbuch zu holen oder frische Unterwäsche anzuziehen. Wenn er etwas braucht, gibt er eine Liste und den Hausschlüssel einem Polizisten, und der Polizist geht es holen. Ich vermute, er geht nach Fresh Harbor. Dort gibt es eine Menge Unterkünfte für Laborangestellte. Diese kleinen Hütten. Irgendwie sind sie niedlich... « Das kurze Aufflackern des Feuers in ihrer Stimme, das er gehört hatte, war längst erloschen. Jetzt hörte sich Helen deprimiert, verloren und sehr, sehr müde an.

Pigmentflecken Am Bein Livera

Sie legte ihm eine Hand auf die Brust und einen Arm um den Hals. Sie zog ihn an sich, während ihre andere Hand langsam nach unten glitt, um ihn zu erregen. Rote Flecken Im Gesicht Ringelröteln Polnisch »Es ist das Haus«, sagte sie abschließend. »Ich habe versucht, sie vor dem Haus zu warnen.« Rote Trockene Flecken Am Mundwinkel Passt Ja Schweizer sind nun mal gründlich:)Innenminister Pistorius gibt den Getriebenen: "können nicht" und "müssen", statt: wollen wir das nicht hinnehmen und werden wir mit aller Härte reagieren. Muss der Minister zur Verteidigung des Rechtsstaates getragen werden? Flecken Gesicht Kind 7 Jahren Selten entwickeln die Betroffenen auch eine Epilepsie, eine Entzündung der Hirngefäße oder ein organisches Psychosyndrom. Letzteres geht mit Konzentrationsschwäche, Bewusstseinsstörungen und Halluzinationen einher. Flecken Gesicht Kind 7 Jahren Im Papyrus Edwin Smith werden Rezepturen gegen Altersflecken und Falten der Haut beschrieben. Bei Hippokrates von Kos, Aristoteles und Galenos finden sich Altersprophylaxen in Form von Diät und Mäßigung. Aristoteles versucht dabei das Aufzehren der „inneren Wärme“, die für ihn das Leben darstellt, zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Galenos begründete die Gerokomie (medizinische Behandlung der Alten) und sorgte so für Alten- und Pflegeheime im römischen Konstantinopel.[302] Bis in die Neuzeit hinein waren die Auffassungen darüber, ob Altern eine Krankheit sei, sehr kontrovers. Für Aristoteles war Altern eine natürliche Krankheit und für Seneca gar eine unheilbare. Terenz meinte Senectus ipsa morbus (est),[303] dt. ‚das Alter selbst ist eine Krankheit‘. Für Galenus war das Altern keine Krankheit, da er Krankheit als wider die Natur betrachtete. Paracelsus sah im 16. Jahrhundert im Altern eine Selbstvergiftung. Ignatz Leo Nascher, der Vater der modernen Geriatrie, betonte stets, dass Altern keine Krankheit sei.[302] Rote Flecken Im Gesicht Ringelröteln Polnisch Bis in die Renaissance versuchte man mit Sunamitismus die männliche Altersschwäche zu therapieren. Dabei sollten die körperlichen „Ausdünstungen“ einer Jungfrau, die zu dem behandelten Greis ins Bett gelegt wurde – ohne dass dabei Geschlechtsverkehr stattfand –, verjüngend wirken. Diese Form der Therapie geht auf das Alte Testament[304] zurück.[302].

Rote Flecken Im Gesicht Ringelröteln Polnisch

»Ich schwöre es bei Gott, ich kann mich nicht einmal mehr daran erinnern. Aber wenn ich sie angerufen habe und wenn sie, wie Sie behaupten, bei mir angerufen hat, dann habe ich bestimmt nur zurückgerufen, um sie irgendwie abzuwimmeln. Oder um es zu versuchen. Sie war hinter mir her, das will ich ja gar nicht abstreiten. Aber auf keinen Fall habe ich ihr irgendwelche Hoffnungen gemacht.« Braun Weiße Flecken Im Gesicht Entfernen $ 1
Under de nohme ,,Seelter-Buund" häbe sick däligh den 29. 6. 1952 do Heimats-fründe von do trjo seeltertärpe Scheddel, Romelse un Strückelje tousommensleeten. Rote Trockene Flecken Am Mundwinkel Passt »Wenn sie davon überzeugt ist, dass sie ihren Täter hat, warum beordert sie uns dann nicht nach London zurück?«, fragte sie. Zu Beginn der Diagnosestellung steht die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte, die sogenannte Anamnese. Hier befragt der Arzt den Patienten genau zu seinen Symptomen, seiner Krankengeschichte und seinen Lebensumständen. Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung. Anamnesegespräch und Untersuchung liefern erste Hinweise auf die zugrundeliegende Erkrankung und das Ausmaß der Gelenkentzündung. Zur genaueren Abklärung sind jedoch Blut- und Röntgenuntersuchungen nötig. Bei der Arthritis sind die Entzündungswerte im Blut häufig erhöht. Zu den Entzündungsmarkern gehören: Flecken Gesicht Kind 7 Jahren Unterdessen tauschten einige Schüler Wetterlöse aus, bei denen es darum ging wie lange Hinako brauchen würde um mal wieder völlig überzogen zu reagieren und jemanden die Energie abzusaugen. Rote Flecken Im Gesicht Ringelröteln Polnisch Zu Vergiftungen kommt es gelegentlich, weil die Zwiebeln im Ruhezustand denen der Küchenzwiebel sehr ähnlich sehen. Der Verzehr von Narzissenzwiebeln kann zu Würgereiz, Erbrechen, Diarrhoe, Schläfrigkeit, Schweißausbruch, Benommenheit, Kollaps und Lähmungserscheinungen führen. Bei sehr großen Dosen kann es auch zum Tod kommen. Ärzte behandeln Vergiftungen durch Narzissenzwiebeln häufig mit Kohlegaben und symptomatischen Therapien. Bei Tieren hat man bei Narzissenvergiftungen eine Degeneration der Leber festgestellt..

Rote Trockene Flecken Am Mundwinkel Passt

angebunden war, irgendwie geschafft, ihm den Kopf über den Hals zu legen und versuchte ihn so zu beruhigen. Zumindest sah es von hier so aus.„Carina?“ Neoras stand inzwischen wieder am Bug des Schiffes, wo sich auch das Steuerrad befand. „Ja?“ Fragend sah ich ihn an. „Könntest du deinen Trick mit dem Wind möglicherweise weiter machen bis wir aus dem Hafenbecken heraus sind?“ Anstatt eine Antwort zu geben, machte ich mich sofort wieder daran Luft zu bändige. Er hatte schließlich Recht. Wir hatten den Hafen noch lange nicht verlassen und wussten auch nicht, ob wir auch auf dem Wasser verfolgt werden würden. Während ich das Boot mithilfe von Neoras Anweisungen über das Meer lenkte, warf ich immer mal wieder einen Blick gen Himmel.Dort zogen sich Wolken zusammen, dicke, schwere, tief graue Wolken. Und das bedeutete Flecken Gesicht Kind 7 Jahren Die Suche nach John hatte bereits begonnen, und nachdem diese sich anfänglich auf die Umgebung des Einkaufszentrums konzentriert hatte und dann aufgrund mehrerer Meldungen besorgter Bürger systematisch auf andere Viertel ausgedehnt worden war, dauerte es nicht mehr lange, bis das Dawkins-Gelände ins Visier der Polizeikräfte geriet. Braun Weiße Flecken Im Gesicht Entfernen Do romske wieren den Anstorm fon do Goten unnerlaien. Rom wudde plunderd un in Aeske laid. Bi Cosenza in Suditalien moste Alerick sien jnnge Liuend läite. Deer wieren do Goten gjucht ferträitelk ur un bigruwen him mäd alle Suldoateneeren. Wer jedoch unbedingt T4 verwenden will, dem sei es angeraten, es als Supplement in einer Massephase zu verwenden, da es hier von geringem Vorteil sein könnte (siehe oben). Habe mir euren alternativen Kandidaten, den resist weekly mal angesehen: soll ja nix für Anfänger sein…
(und diesen Monat gibt’s bei PC 15% auf die antiox… Seren…)
Nochmal liebe Grüße,
Caro Rote Trockene Flecken Am Mundwinkel Passt Ich schluckte. Unser letztes Zusammentreffen war nicht besonders gut verlaufen, was allein meine Schuld war. Ich musste mit ihm reden. Jetzt. „Bin gleich wieder da“, sagte ich zu den beiden, und ließ sie ohne Erklärung stehen.
Ich hatte keine Ahnung, was ich zu ihm sagen sollte, noch warum er hier war. Partys waren nie sein Ding gewesen.
Als ich hinter ihm stand, traute ich mich nicht, etwas zu sagen. Meine Zunge war wie gelähmt, und das Bedürfnis, einfach die Arme um ihn zu schlingen, war so überwältigend, dass ich ihm nachgab. Ich vergrub das Gesicht an seiner Halsbeuge, und sog tief den vertrauten Geruch ein. „Es tut mir leid“, flüsterte ich. „Ich hätte das nicht sagen sollen.“
Er reagierte überhaupt nicht auf mich, weder auf meine Berührung, noch auf meine Worte, und ich glaubte, dass ich es geschafft hatte. Wegen meinem Verhalten hatte ich ihn verloren. Wer sollte es ihm verübeln? So wie ich zu ihm gewesen war, wunderte es mich, dass er mich nicht einfach von sich stieß, auf mich spuckte, und auf ewig den Rücken kehrte. Doch er tat nichts dergleichen. Stattdessen legte er eine Hand auf meinen Arm, und drückte ihn leicht. „Wenn du hier weg willst, werde ich einen Weg finden.“
Ich schüttelte den Kopf. „Nein, das wirst du nicht. Ich verbiete es dir. Du wirst nicht dein Leben riskieren, nur weil ich einen Aussetzer hatte.“
Er drehte seinen Kopf über die Schulter, damit er mir ins Gesicht sehen konnte. „Du hast gewählt, das habe ich jetzt auch. Ich bring dich hier weg.“
Mein Herz machte vor Freude einen Hüpfer. Das war genau das, was ich die ganze Zeit wollte, aber das konnte ich ihm nicht antun. Würden sie ihn dabei erwischen, war ich mir sicher, dass ich ihn nie wieder sehen würde. „Ich werde nicht mit dir gehen.“
„Aber das ist es doch, was du willst.“
„Ja, aber nicht um diesen Preis.“ Ich drückte ihn ein wenig fester an mich. „Es war nicht fair von mir, dich dazu bringen zu wollen, zwischen Leben und Tod zu entscheiden. Auch wenn es für mich nicht gerade optimal läuft, und ich in den letzten Tagen des Öfteren das Bedürfnis verspüre, jemanden den Hals umzudrehen, so will ich nicht, dass es dein Hals ist, der in der Schlaufe landet.“
Er seufzte schwer. „Okay, wie du willst, aber du sollst wissen, ein Wort reicht, und ich finde einen Weg dich hier wegzubringen.“
„Das weiß ich.“ Dankbar drückte ich ihm einen Kuss auf die Wange. Ich hatte mich geirrt, mein Diego war nicht verschwunden, ich war nur so mit mir beschäftigt gewesen, dass ich gar nicht bemerkte, dass er hinter dem Umbra steckte, der mich täglich begleitete. „Und du sollst wissen, wenn es etwas gibt, was ich für dich tun kann, dass du zu mir kommen kannst.“
Eines dieser seltenen Lächeln zuckte über seine Lippen. Dieses offene, das er nur für Lu und mich reserviert hatte.
Bei dem Stichwort Lu, tauchte die Besagte neben uns auf, und setzte sich rittlings auf den Baumstamm. „Wie es aussieht, läuft bei Euch alles wieder in geregelten Bahnen.“
Ich setzte mich in gleicher Position auf die andere Seite von Diego. „Wieso wieder? War den etwas?“
„Nicht das ich wüste“, zwinkerte Diego mir zu.
Lu verdrehte die Augen. „Ihr beide seid doch echt das Letzte.“ Sie stand auf, und ging schnurstracks auf ein paar Typen zu, die am Rand herumlungerten.
„Gleich wird sie wieder jemanden das Herz brechen.“
Diego zuckte mit der Schulter. „Das ist halt ihre Art Stress abzubauen.“
Das stimmte. Es machte ihr einen riesen Spaß Kerle auflaufen zu lassen. Noch nie war etwas Ernsthaftes dabei rausgekommen, und doch tat sie es immer wieder. Eine runde Knutschen, und sie war ein paar Stunden sanft wie ein Lamm, mehr oder weniger. Okay, eher weniger als mehr, aber doch ein kleines bisschen.
Wie dem auch sei, flirten auf einer Party gehörte für sie einfach dazu, auch wenn sie heute nicht ganz bei der Sache war. Sie beherrschte die Körpersprache, war charmant, offen, und gleichzeitig blieb sie geheimnisvoll. Aber irgendwie war ihr heute der Glanz abhanden gekommen, diese Ausstrahlung, mit der sie sonst immer zu Werke ging. Dieses Strahlen, das sie bei Tristan umgeben hatte, fehlte ihr, und zum ersten Mal fragte ich mich, wie sie sein Verschwinden empfand. Dass sie von Tristan hin nun weg war, konnte ein blinder mit Krückstock erkennen.
Ich wusste, dass sie ihn mochte, aber ich war die ganze Zeit so mit mir selbst beschäftigt gewesen, dass ich gar nicht nach ihr gefragt hatte. Andererseits war Lu eines der Mädchen, die nicht gerne über ihre Gefühle redete. Na ja, eigentlich war sie da wie ein Kerl, um etwas aus ihr herauszubekommen, musste man sie mit Daumenschrauben zwingen. Aber vielleicht sollte ich dieses Thema vielleicht einfach ruhen lassen, ich selber hatte noch genug daran zu knabbern. Wenn es in ihr ähnlich wie in mir aussah, würde sie nicht reden wollen. Seufz.
Mein Blick glitt an ihr vorbei. Alles wirkte hier so normal, abgesehen von den Reißzähnen, die hin und wieder in den Mündern der Vampire aufblitzten, oder dass hier und dort ein Wolf um die Beine der tanzenden Meute sprang. Die Musik, das Miteinander. Es war wie zu Hause, und doch ganz anders.
Als ich meinen Kopf weiter drehte, bemerkte ich Alex, der Mutterseelenallein an einem Baum lehnte, und eine Gruppe Mädels beobachtete. Mensch, den hatte ich ja ganz vergessen. „Bin gleich wieder da.“ Ich schwang mein Bein über den Stamm, und ging zu ihm rüber. Alex war so auf die Mädchen konzentriert, dass er mein kommen gar nicht bemerkte. „Fordere sie doch zum tanzen auf, oder einem heimlichen Beiß-mich-Gelage im Wald.“
Als er sich zu mir umdrehte, waren seine Augen vor Entsetzten weit aufgerissen.
„Entspann dich, das war nur ein Scherz.“ Ich grinste ihn frech an. „Du musst wirklich mal ein bisschen lockerer werden.“
„Das bringt ja auch nichts.“ Er nahm wieder die Mädchen in Augenschein, ganz besonders eine. Ein Mädchen mit kurzen rotbraunen Haaren in einem weißen Sommerkleid, hatte es ihm scheinbar angetan. Bei ihr bekam er diesen Ausdruck in den Augen, ein Ausdruck, der ganze Bände über Sehnsucht schrieb, doch gleichzeitig verriet er auch, dass er sie für unerreichbar glaubte.
„Warum gehst du nicht einfach zu ihr, und sprichst sie an?“
Alex sah mich an, als hätte ich ihm gerade empfohlen, nackt vor der Königin ein auf P. Diddy zu machen.
„Was soll schon passieren, mehr als dich abweisen, kann sie ja nicht.“
„Doch könnte sie.“
Insgeheim musste ich ihm zustimmen. Mädchen konnten echte Miststücke sein, wenn ihnen ein Kerl auf den Sack ging. Sie konnten mit einem einzigen Fingerzeig einen Jungen für den Rest seines kümmerlichen Lebens zeichnen. Doch er konnte auch einfach darüber stehen, und darauf hoffte ich, den das würde von Selbstbewusstsein und Stärke zeugen. Nur leider wusste ich, dass er weder das eine noch das andere besaß. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Ich nahm ihm meine Tasche ab, und gab ihm einen kleinen Schubs in die Richtung seiner Auserwählten.
„Und was ist wenn sie mich auslacht?“
„Dann kommst du zu mir, und ich werde ihr zeigen was für einen tollen Fang sie sich hat entgehen lassen.“ Ich grinste listig. „Wir werden sie dann ein bisschen eifersüchtig machen.“
Dieser Vorschlag schien ihm genauso wenig zu gefallen, wie mein erster. „Ich weiß doch gar nicht, was ich sagen soll.“
„Frag sie, ob sie mit dir tanzen möchte, das reden kommt dann von ganz alleine. Hobbys sind immer ein gutes Thema“, fügte ich noch hinzu.
Er war immer noch unsicher, sah zweifelnd auf das Mädchen, das den Kopf in den Nacken geschmissen hatte, und herzlich lachte.
„Nun mach schon.“ Ich gab ihm einen weiteren Stoß. „Riskier mal was. Ich warte hier auf dich.“ Ob das beruhigend in seinen Ohren klang, wusste ich nicht, aber er setzte sich zögernd in Bewegung. Ich folgte ihm mit meinem Blick. Kurz vor seinem Ziel, drehte er sich um, wollte zu mir zurückkommen, doch ich deute ihm weiterzugehen, und zu meiner Verwunderung tat er das auch.
Nervös sprach er in die Runde der drei Mädchen, und als sie sich zu ihm wanden, wurden seine Wangen leicht rot, was im Schein des Feuers besonders gut zur Geltung kam. Ich befürchtete schon, dass er Fahnen schwingend den Rückzug antreten würde, aber er blieb, redete mit ihnen, und überraschte mich damit zum zweiten Mal. Er sagte irgendwas, die Mädchen kicherten, und er blieb.
„Na bitte“, sagte ich zu mir, und war ein kleines bisschen stolz auf mich, dass ich ihn dazu bekommen hatte.
„Warum hilfst du ihm, kleiner Welpe?“
Ich macht mir gar nicht erst die Mühe, mich nach der Stimme umzudrehen, ich erkannte sie auch so. Es war Chris, mein Dancebattle Gegner. „Na, keine Herausforderer mehr?“
Das Mädchen in dem weißen Sommerkleid nickte Alex mit einem dieser Lächeln zu, die nur Mädchen hinbekamen, wenn sie einen Jungen süß fanden, und zog ihn mit sich auf die Tanzfläche.
„Ich brauchte mal eine Pause“, sagte Chris leichthin.
„Aha.“ War alles, was ich von mir gab. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt Alex zu beobachten, als ihm auch nur ein Fünkchen meiner Aufmerksamkeit zu schenken.
Chris gab nicht auf. „Wo hast du gelernt so zu tanzen, kleiner Welpe?“
„Auf einer Schule für Schleierschwänze“, grinste ich ihn an, aber offensichtlich hatte er keine Ahnung von Dirty Dancing. Offenbar hielt er das für einen Witz, denn er grinste leicht dämlich zurück. Es war wirklich eine faszinierende Tatsache der Evolution, dass jeder Kerl auf diese dümmliche Weise lächeln konnte. „Willst du eigentlich etwas bestimmtes, oder nervst du einfach nur mich, weil sonst niemand Zeit für dich hat?“
Sein Lächeln wurde etwas schief, und als er seinen Kopf neigte, fiel der flackernde Schein des Feuers auf seinen Ohrring. Wow, bisher hatte ich immer gedacht, das Kerle die Schmuck trugen, eine schwule Ader besitzen mussten – eins, zwei Exemplare dieser Gattung waren mir schon zu Gesicht gekommen, und die waren definitiv nicht schwul gewesen –, aber bei ihm sah das echt gut aus. Der goldene Ring in seinem Ohr passte zu ihm.
„Ich weiß, dass du die neue Prinzessin bist.“
Die neue Prinzessin, wie sich das anhörte. „Und? Willst du jetzt einen Orden?“
Er zog seine Lippe so hoch, dass die Spitze seines Reißzahns rausguckte. Ich zuckte nicht mehr davor zurück, langsam gewöhnte ich mich daran. „Ich wusste es schon, als du in den Kreis gekommen bist.“
Okay, das überraschte mich doch in wenig. „Und das erzählst du mir weil?“
„Keine Ahnung.“ Er zuckte die Achseln. „Nur so.“
Ein Gedanke explodierte mit Schallgeschwindigkeit in meinem Kopf, einer den ich schon früh gelernt hatte. Egal was ein Kerl sagte, es war nie, NIE einfach nur so. Es steckte immer etwas dahinter.
Ich sah zurück in die Menge, um nach Alex Ausschau zu halten, aber er war in der Meute wallender Leiber untergegangen. Zumindest glaubte ich das, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass er mit dem Mädchen so schnell auf ein kleines Stell-dich-ein mit Biss in den Wald verschwunden war. „Na dann, vielleicht sieht man sich mal wieder.“ Ich wandte mich in Richtung Diego, als Chris mich am Arm festhielt. Genervt fixierte ich seine Hand. „Wenn ich du wäre, würde ich das lassen.“
„Warum? Beißt du mich sonst?“
„Ich nicht, aber er.“ Durch ein Kopfnicken zeigte ich ihm Diego, der Chris anstarrte, als wäre er ein ekliger Eiterpickel, der dringend ausgequetscht werden musste.
Chris riss sofort den Arm zurück. „Nicht gleich drohen, ich wollte nur fragen, ob du tanzen willst.“
Wusste ich es doch! Von wegen nur so. „Warum hast du das nicht gleich gefragt? Komm.“ Ohne auf ihn zu warten, drängelte ich mich bis nach vorne zur Band durch. Mir war klar, dass er hinter mir bleiben würde.
Es waren jetzt andere Musiker, als vorhin, aber keinen Deut schlechter. Ich ließ mich in den Rhythmus fallen, ließ es zu, dass Chris mit dem tanzen nahe kam, mir die Hände auf die Hüften legte, und drohte ihm mahnend mit dem Finger, als sie sich ganz Ausversehen auf meinen Hintern verirrten. Er meinte nur, dass man nicht alle Tage die Gelegenheit bekam mit einer Prinzessin zu tanzen, und das man sie daher ausnützen müsste, aber als ich ihn an Diego erinnerte, verrutschten seine Hände nicht mehr.
Es machte großen Spaß mit ihm. Er tanzte super, und war witzig, und die Zeit flog nur so an uns vorbei. Einmal kurz entdeckte ich Alex, und nickt ihm begeistert zu, weil das Mädchen noch an seiner Seite war. Auch Lu sah ich hin und wieder in der Menge auftauchen, jedes Mal mit einem anderen Kerl im Schlepptau. Einen solchen Verschleiß, wie sie heute hatte, ließ deutlich darauf schließen, dass sie sich tödlich langweilte. Nachdem, ich glaubte, Sechsten, bot ich ihr durch Zeichensprache meinen Partner an. Sie bekam nur mit, dass er ein Vampir war, und verzog das Gesicht. Das war noch eine nette Art abzulehnen. Was war das nur zwischen Werwölfen und Vampiren? Vielleicht sollte ich einmal Sydney fragen.
Chris bekam von dem ganzen Fast-Partnertausch gar nichts mit. Er war so in sein Element vertieft, und von meinem Antlitz gefangen, dass er alles andere ausblendete.
Während wir tanzten, wechselten die Musiker noch zwei Mal, und erst als das Schwarz der Nacht langsam mit einem tiefen marineblau den Platz tauschte, bemerkte ich die nahende Dämmerung. Die feiernde Meute hatte sich unbemerkt zerstreut, und in den meisten Lagerfeuern, glimmte nur noch schwach die Glut.
Chris beugte sich an mein Ohr vor, und sein warmer Atem trieb mir einen Schauder über den verschwitzten Rücken. „Kannst du dich von deinen Umbra frei machen? Ich würde dir gerne etwas zeigen.“
Ja klar, nichts leichter als das. Genauso gut könnte ich mich von meiner Herkunft befreien. „Was willst du mir denn zeigen?“
„Das wird eine Überraschung.“ Er sah zu Diego, der mit einem Wolf sprach, und dann zu Lu, die sich nicht die Mühe machte, ihr gelangweiltes Gähnen von der inspirierenden Rede ihres Tanzpartners zu verbergen. „Also, was ist?“
Nun ja, eine günstigere Gelegenheit würde ich nicht bekommen, und die Aussicht auf einen harmlosen Ausbruch, war einfach zu verlockend, als dass ich ihn mir entgehen lassen konnte. Und da ich eine Prinzessin war, bezweifelte ich, dass er sich ungehobelt benehmen würde. Ein einziger Schrei, und wusch … alle Wächter währen auf den Plan gerufen. Also bestand für mich keine Gefahr. Und selbst wenn nicht, ich war kein kleines Mädchen mehr, und konnte mich verteidigen. Ich wollte Aktion, und Chris versprach sie mir.
Ohne ihm zu antworten, warf ich meinen Freunden einen wachsamen Blick zu, um sicher zu gehen, dass sie noch beschäftigt waren, und trat dann heimlich den Rückzug an. Dadurch, dass hier so viele Bäume standen, bekam ich eine gute Deckung, und war mit Chris vom Festplatz verschwunden, bevor Lu und Diego es checkten.
Sobald die Musik nur noch ein fernes Flüstern an meinen Ohren war, blieb ich stehen, da ich keine Ahnung hatte, wohin der Ausflug gehen sollte.
„Da rechst“, sagte er. „Zwischen den Bäumen hindurch. Folge einfach dem kleinen Fußpfad.“
„Aber denk dran, kleiner Vampir.“ Ich zeigte auf mein Shirt.
Er lachte, und ging voran, um einen Farn für mich zur Seite zu halten. Ich machte einen Knicks, ganz nach Van Schwärn-Art, und trat an ihm vorbei. Auch wenn die Dämmerung schon eingesetzt hatte, war es hier unter den Bäumen noch finstere Nacht. Ich fragte mich, ob hier überhaupt jemals Sonnenlicht auf den Boden traf, so dicht war das Blätterdach.
„Schön bei mir bleiben, nicht das du dich noch verirrst.“
„Ich bin ein Wolf. Ich habe eine Nase, und damit verirre ich mich nicht.“ Nun ja, das glaubte ich zumindest. Einen Beweis dafür hatte ich nicht.
„Das gleiche hat ein Mädchen vor genau achtzehn Jahren gesagt. Sie lief auf diesem Weg, um zu den magischen Ort zur schönsten Zeit des Tages aufzusuchen.“
„Und die ist rein zufällig jetzt, hab ich recht?“ Ich duckte mich hinter ihm unter einem Tiefhängenden Ast weg.
„Ja, es war zu dieser Zeit“, bestätigte er mich. „Und es war auch diese Zeit, als man sie zuletzt gesehen hatte.“
„Lass mich raten, Suchtrupps wurden ausgeschickt, doch das einzige was man noch von ihr fand, war ein blutiger Finger, mit dem die Worte, ich komme wieder!!! in den schlammigen Boden geschrieben waren, und sie kam wieder. Als das Monster aus dem Moor, dem ein Finger fehlte, und das seit dem alle unartigen Prinzessinnen findet, verschleppt, und foltert. Hab ich recht?“ Ich grinste frech in sein vorwurfsvolles Gesicht.
„Auch wenn die Story gut ist, nein. Es gab keinen Finger, und auch kein Monster, und es ist eine wahre Geschichte.“
„Die genau heute auf die Minute vor achtzehn Jahren stattfand?“ Ich rutschte auf ein paar Blättern weg, und landete mit einem Rums auf meinen vier Buchstaben. Fluchend griff ich nach Chris Hand, die er mir grinsender Weise hilfsbereit entgegen streckte.
„Eine Prinzessin sollte keinen solchen Wortschatz an Verwünschungen kennen.“ Er zog mich auf die Beine.
„Ich fluche wie ein Seemann, wenn ich will.“ Kais Hose war voll mit Blättern, und Staub. Ich klopfte mir den Dreck herunter, und schob mir die langen Haarsträhnen zurück hinter mein Ohr, die sich aus meinem Knoten gelöst hatten. „Wolltest du mir nicht gerade eine Geschichte erzählen?“, erinnerte ich ihn, und trat mit einem bösen Blick auf die Blätter, die mich zu Fall gebracht hatten, weiter den Pfad entlang.
„Ja klar“, grinste Chris, und folgte mir. „Also, wie schon gesagt, dieses Mädchen ich nicht heute vor achtzehn Jahren, sondern in einem Winter …“
Ich grinste ihn an, weil ich recht hatte.
„… genau diesen Pfad entlang gelaufen, und es muss ungefähr zur selben Zeit gewesen sein. Ihr Vater hatte sie gewarnt, dass sie niemals allein dort hingehen solle, weil ein Bluttrinkendes Ungeheuer dort sein Unwesen trieb.“
Ich warf ihm einen schiefen Blick zu.
„Ich trinke zwar Blut, aber ich bin kein Ungeheuer.“ Er hatte sofort gewusst, was in meinem Kopf vor sich ging, und das fand ich lustig. „Jedenfalls verschwand sie an jenem Morgen auf diesem Pfad. Als ihr Vater ihr Verschwinden später am Tag bemerkte, ließ er sie suchen, doch das Einzige war man fand, war ihre Kette.“ Er machte eine spannungsgeladene Pause. „Drei Tage, und drei Nächte vergingen, ohne eine Spur von ihr. Am Abend des vierten Tages fand man sie an dem Ort, zu dem wir nun gehen. Der Junge, ein Novize der Wächter, der sie fand, glaubte zuerst, dass sie nur schliefe, obwohl sie sehr blass war, fast blutleer, und als er sich zu ihr kniete, öffnete sie ein letztes Mal ihre Augen. Was der Novize da sah, machte ihm solche Angst, dass er ihr mit seinem Säbel den Kopf abschlug.“
Ich wartete, aber er fügte nichts mehr hinzu. „Und? Erzähl schon, was hat er gesehen?“
„Das weiß niemand. Man fand ihn neben dem toten Mädchen. Er wiegte sich vor und zurück, mit ihrem Kopflosen Leib in den Armen, als wolle er sie trösten, und brabbelte die ganze Zeit sinnloses Zeug. Nur in den kurzen, klaren Momenten sprach er deutlich. Er sagte immer wieder ihre Augen, ihre Augen, ihre Augen.“
Unwillkürlich hatte ich den Atem angehalten. „Und was geschah dann?“
Er zuckte mit den Achseln, und diese Bewegung war anmutiger, als ich sie ihm hätte zugetraut. „Er wurde weggebracht. Keiner weiß was aus ihm geworden ist“, beendete er seine Geschichte mit schauerlich, düsterer Stimme, und ließ die Augen unheimlich aufblitzen.
Das war wirklich cool. „Toller Trick“, sagte ich. „Kannst du auch ein Kaninchen aus dem Hut zaubern?“
Er schnaubte. Wahrscheinlich hatte er gehofft, dass ich mich ängstlich an ihn klammern würde, aber da war er an die Falsche geraten. Eine Horrorfreundin wie mich konnte nichts so schnell schocken, auch wenn die Geschichte der Wahrheit entsprach. „Du bist echt ´ne harte Nuss, wie?“
„Ich bin auf jeden Fall kein kleines, erschrockenes Mädchen, weil du mir einen bösen Ort zeigen willst, an dem ein Mädchen getötet wurde.“
„Der Ort ist nicht böse, und wegen der Geschichte führe ich dich nicht dahin. Das waren nur Randinformationen.“
„Ich erzähle den Leuten auch gerne Horrorgeschichten, wenn ich ihnen etwas zeigen will“, sagte ich sarkastisch, und wich einer Wurzel aus. Vor mir sah ich zwischen den Bäumen den nahenden Tag.
„Das kann ich mir bei dir sogar sehr gut vorstellen.“ Grinsend überholte er mich mit langen Schritten.
„Wie kommt es eigentlich, dass du mich Duzt? Die Leute hier reißen sich doch sonst den Arsch auf, um mich auf ein Podest zu stellen.“
„Wenn du Förmlichkeiten willst, geh zurück in dein Schloss. Damit bist du bei mir an der falschen Adresse.“ Er blieb stehen, und versperrte mir den Weg. „So, wir sind da.
Ich sah mich verwirrt um. „Hier?“
„Ja, genau hier“, spottete er etwas herablassend. Dann sagte er: „Da hinter den Bäumen.“
„Und warum stehen wir dann hier?“
Er lächelte mich so breit an, dass ich die volle Länge seiner Reißzähne zu Gesicht bekam. „Weil ich dir jetzt die Augen zuhalten muss.“
„Warum? Kommt sonst das Bluttrinkende Monster, und holt mich?“
Er seufzte schwer. Eine Reaktion, die ich bei vielen Leuten in meiner Umgebung hervorlocken konnte. Warum nur? So anstrengend war ich doch gar nicht. „Weil er eine Überraschung sein soll. Also, vertraust du mir?“
Darüber musste ich erst mal nachdenken. Ich konnte ihn gut leiden, aber vertrauen? Dazu kannte ich ihn einfach zu wenig. Daher erwiderte ich: „Nicht weiter als ich spucken kann, und ich sabbere, o-h-n-e Ende!“
Über meinen kleinen Witz lachte er. „Also mit dir haben die Regenten sich eine geile Nummer ins Schloss geholt.“ Spielerisch hob und senkte er die Augenbrauen.
„Sie bereuen es jetzt schon, glaub mir.“ Ein Stück mehr, und ich hätte im Kreis gegrinst. „Also, was ist nun? Spielen wir jetzt blinde Kuh, oder was?“ Für einen Moment sah ich noch in sein lächelndes Gesicht. Dann trat er um mich rum, und legte seine Hände auf meine Augen. Ganz plötzlich erwachte jenes Brüllen in mir, dass ich immer bekam, wenn ein Vampir mir zu nahe war. Erst da merkte ich, dass Chris so dicht bei mir stand, dass ich seine Körperwärme im Rücken spüren konnte, und es koste mich all meine Selbstbeherrschung, ihn nicht einfach wegzustoßen, so wie ich es mit Raphael getan hatte, der Einzige andere Vampir, der mir so nahe gekommen war. Na klasse, ausgerechnet jetzt musste er wieder damit beginnen, in meinem Kopf umher zu spuken. Er sollte mir einfach nur fern bleiben, war das denn so schwer zu verstehen?
Als Chris mich langsam nach vorne schob, versuchte ich diese blasblauen Augen, die mich so faszinierten, aus meinem Kopf zu bekommen. Warum konnte er mich nicht endlich in Ruhe lassen?
An einer Wurzel stolperte ich, und wäre hingeflogen, wenn Chris mich nicht gestützt hätte. „Tu der Welt ein Gefallen, und werd niemals Blindenführer“, grummelte ich, und setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Checkte den Untergrund, auf dem ich ging, bevor ich mein Bein darauf stellte. „Die Krankenhäuser währen voll mit deinen Schützlingen.“
Er lachte. „Blindenführer wäre nichts für mich. Ich mache eine Ausbildung zum Koch.“
Laub raschelte unter meinen Füßen, und irgendwelches Gestrüpp streifte meine Hose. „Ich dachte Vampire dürfen nicht ins Schloss.“ Der Boden unter mir veränderte sich. Aus Laub wurden Moos, und Gras. Ich roch Wasser und Blumen, und um mich herum zirpten einige Grillen.
Sein Lachen war so nahe an meinem Ohr, dass ich davon eine Gänsehaut bekam. „Dürfen wir auch nicht. Meine Eltern arbeiten in der Menagerie, deswegen wohne ich auf dem Hof. Ich selber arbeite in einem Restaurant in Tenor, und … okay.“ Er hielt an, und bremste mich aus, als ich weiter gehen wollte. „Wir sind am Ziel. Bereit?“
„Ich warte nur auf dich.“
„Na dann, Augen auf kleiner Welpe.“ Er ließ seine Hände fallen, und trat zurück. Mir stockte der Atem. Der Ort an dem wir waren, war nicht wirklich magisch, aber ihn umgab eine rätselhafte Aura, die dem sehr nahe kam.
Ich stand am Rand einer moosbedeckten Lichtung, die einen kleinen Teich einrahmte. Überall sprossen Blumen aus der Erde, hunderte bunter Tupfer auf der grünen Fläche. Der Teich war mit hohem Schilf bestückt, und eine große Trauerweide warf ihren Schatten über das Wasser, auf dem Käfer tanzten. Ein Reiher stakste in dem Teich herum, und ließ sich von unserer Ankunft bei seiner Futtersuche nicht stören.
Eigentlich war das kein besonderer Ort. Eine kleine Lichtung, wie es hunderte, ja sogar tausende gab, aber als die ersten Strahlen der Sonne durch die Dämmerung brachen, passierte etwas erstaunliches. Der Ort wurde … magisch! Wie die Strahlen auf dem Wasser glitzerten, oder die Blumen, die sich bei der kleinsten Berührung des Lichtes zu voller Blüte öffneten. Es war ein atemberaubender Anblick, einmalig, und voller Zauber. Dieses kleine Fleckchen Erde war ein malerischer Ort des Friedens. „Wow, das ist einfach … wow.“ Ich sprach auf dem Niveau eines Erstklässlers, aber mehr fiel mir nicht mehr ein. Vor Staunen bekam ich meine Kinnlade einfach nicht mehr hoch.
„Wenn ich deinen offenen Mund richtig deute, dann gefällt es dir also.“
„Auf jeden Fall.“ Ich drehte mich zu ihm um. „Woher kennst du diese Lichtung?“
Lässig zuckte er die Achseln. „Jeder hier kennt sie. Und du jetzt auch.“
Ja, jetzt auch ich. Das die Natur etwas solches erschaffen konnte, war mehr als nur magisch. Nichts was von Menschenhand entstand, kam an diese Schönheit ran. Ich drehte mich im Kreis, bekam einfach nicht genug von der Pracht, die mich umgab. Ich wollte das alles in mich aufsaugen, mir das Bild bewahren, das die Trostlosigkeit in mir ein bisschen erhellen konnte. „Es ist wunderschön hier.“
„Du bist wunderschön.“ Ich sah aus dem Augenwinkel, wie er auf mich zukam, und mir eine Hand auf die Schulter legte, um mich zu ihm zu drehen. „Schöner als dieser Ort, und alles was ich je gesehen habe.“ Seine Stimme, seine Hände waren sanft. Ich ließ mich von ihm umdrehen. Das Tier in mir brüllte auf vor Zorn. Ich verbannte es in die Tiefen meines Ichs zurück. Mir war klar, was er wollte, und auch wenn ich besser einen Schritt zurückgetan hätte, um die Sache zu beenden, bevor sie beginnen konnte, kam mir diese Idee durchaus entgegen. Ein Kuss konnte mir Vergessen schenken. Ein wenig Vergessen würde mir gut tun, und er war hier, und konnte mir helfen. Er konnte mich vergessen lassen, wenn auch nur für einen flüchtigen Augenblick. Als er sich zu mir beugte, kam ich ihm lächelnd entgegen …
Ein tiefes, drohendes Knurren erschreckte uns. Erwischt! Der Reiher flatterte erschrocken weg, und als Chris einen Schritt ein Stück zur Seite trat, wurde das Knurren noch bösartiger.
Ich wirbelte herum, aber wiedererwarten sah ich nicht Diego oder Lu, die mich für mein Verschwinden lynchen wollten, sondern Sydney. Die Rute steif aufgestellt, die Ohren angelegt, das Fell gesträubt, bleckte er die messerscharfen Zähne. Verdammt, wo kam der denn her? Mit Diego oder Lu wäre ich klargekommen, notfalls auch mit beiden, aber Sydney konnte ich nicht einschätzen.
Okay, ich musste mich beruhigen, die Panik verbannen. Das Beste wäre erstmals die Stimmung ein wenig zu lockern, aber wie bitte beruhigte man einen neunzig Kilo Wolf, der einen fressen wollte? Echt gut Frage, doch eine Antwort darauf hatte ich leider nicht parat. „Ähm …“ versuchte ich nicht sehr einfallsreich, und schob mich vor Chris, der offensichtlich das Ziel von Sydneys Groll war. Vielleicht würde mein Mentor sich ein wenig beruhigen, wenn er den Grund seine Wut nicht direkt vor Augen hatte.
Sydney ließ die Lefzen über seine Zähne fallen, und sah mich wütend an. „Obwohl ich Euch gewarnt habe, handelt Ihr so töricht? Ihr fordert wirklich das Schlimmste für Euch, und die, die Euch am Herzen liegen!“
Ich stemmte beleidigt die Hände in die Hüften, hatte keine Lust auf Tadel seinerseits, nicht jetzt. „Was? Jetzt wird mir sogar das Küssen verboten?“
„Er ist ein Vampir!“, dröhnte seine Stimme in meinem Kopf, und war durch sein knurren, und tiefes Grollen kaum zu verstehen. „Und Ihr repräsentiert die Unschuld. Haltet Ihr das für ein angemessenes Verhalten Eurerseits?“
„Hör auf mir Vorwürfe zu machen“, giftete ich ihn an. „Du bist nicht mein Vater!“
„Da kann ich nur von Glück reden.“ Aua, das saß. „Und jetzt schickt den Vampir weg, bevor ich ihm die Strafe zuteilwerden lasse, die er verdient.“
Als Sydney seine Lefzen wieder hochzog, stellte ich mich schützend vor Chris, und griff nach seinen Handgelenken. Er sollte gar nicht erste die Chance bekommen, abzuhauen. So wie Sydney drauf war, hätte er das als eine Art Einladung zur Jagt aufgenommen. „Du wirst ihm gar nichts tun, ich verbiete es!“, sagte ich selbstsicherer, als ich mich fühlte. „Ich bin die Prinzessin, und du musst tun was ich sage“, fügte ich sicherheitshalber hinzu, um ihn daran zu erinnern, wen er hier vor sich hatte.
Ich konnte spüren, wie sich Chris in meinem Rücken versteifte. Zwar bekam er nur die eine Hälfte des Gesprächs mit, da Sydney in meine Gedanken sprach, aber mein Verhalten, und meine Worte reichten vollkommen aus, damit er die Situation begriff. Kein Wunder also, dass er nervös wurde. Ich an seiner Stelle hätte schon längst das Weite gesucht.
Ich selber war auch ziemlich unsicher, und wusste nicht, wie ich es schaffte, so kühn und selbstsicher zu wirken. In meinem Inneren war ich voller Panik.
Sydneys knurren wurde leiser, und auch die feindliche Haltung, ließ etwas nach, aber er behielt Chris genaustes im Auge. „Wenn das Eurer Befehl ist, werde ich mich fügen.“
Dem plötzlichen Frieden glaubte ich nicht so ganz, auch wenn es genau das war, was ich hören wollte. Sein Äußeres sprach einfach das Gegenteil von seinen Worten. „Versprichst du es?“
„Ich brauch es nicht zu versprechen. Ihr nehmt ihn unter Euren Schutz, und damit ist er für mich unantastbar.“
„Versprich es mir“, forderte ich. Ich wollte einfach auf Nummer sicher gehen.
Besonders erpicht war er nicht darauf, ein solches Versprechen abzugeben. Er knurrte Chris leicht an, und senkte dann den Kopf vor mir. „Ihr habt mein Wort.“
Ob es töricht war oder nicht, ich glaubte ihm. Vielleicht weil ich die Prinzessin war, und er sowieso auf mich hören musste, oder einfach nur weil ich ihm glauben musste, weil ich ihm vertrauen wollte, etwas das mich in der letzten Zeit mehr als einmal in Schwierigkeiten gebracht hatte. „Chris, verzieh dich.“ Ich ließ seine Handgelenke frei, hörte ihn hinter mir schlucken.
„Bist du sicher?“
„Ja, er wird dir nichts tun, nicht wahr Sydney?“
„Nein“, knurrte er. Da er aber in m einem Kopf sprach, konnte Chris nur das knurren vernehmen.
„So dass auch er es versteht, bitte.“
Das fand Sydney unter seiner Würde, und bedachte Chris mit einem weiteren finsteren knurren, aber dann schüttelte er den Kopf.
„Siehst du, und jetzt sie zu das du wegkommst.“
So ganz wohl fühlte Chris sich dabei nicht, trat dennoch langsam den Rücktritt an. Nicht in die Richtung, aus der wir gekommen waren, denn dort stand jetzt Sydney. Er verließ die Lichtung auf der anderen Seite des Teichs. Ich sah ihm hinterher, wünschte den Platz mit ihm tauschen zu können, denn mir war klar, das würde noch ärger nach sich ziehen. Wenn nicht von Sydney, dann von Diego und Lu, oder gar den Regenten. Seufz. Dabei wollte ich doch nur für kurze Zeit ein kleinen wenig vergessen.
„Kommt, ich bringe Euch ins Schloss.“
Böse fuhr ich zu ihm herum. Seine Haltung, sein ganzes Auftreten hatte sich wieder normalisiert. Er sah aus wie immer, der nette Mentor, der mir die Welt erklärte, aber ich hatte noch genau im Kopf, was er vor einer Minute getan hatte. Da war er jemand ganz anderer gewesen. Jemand der ohne zu zögern einem Vampir den Kopf abgebissen hätte. „Was, bist du jetzt auch noch ein Babysitter?“
„Ihr seid kein Baby.“
Sehr witzig, ich lachte mich krank, ha ha. „Du weißt genau, was ich meine.“
„Ich will nur, dass Ihr sicher, und ohne weitere Zwischenfälle ins Schloss kommt.“
„Du meinst, du willst aufpassen, dass ich nicht wieder meine eigenen Wege einschlage.“
Er seufzte gequält. „Bitte Cheyenne, kommt mit mir.“
Mir wurde plötzlich ganz warm, mein Herz machte einen kleinen Hüpfer. Das war das erste Mal, dass er mich nicht Prinzessin genannt hatte, oder anderswie förmlich ansprach. Er hatte meinen Vornamen benutzt. Vielleicht war er nur müde, und es hatte gar nichts zu bedeuten, andererseits hatte er bisher noch nie einen Fehler in seiner Aussprache gemacht. Ich fragte mich, was das zu bedeuten hatte, und warum ich mir deswegen den Kopf zerbrach. Oder warum mir auf einmal ganz anders wurde. Das war nur Sydney, mit dem ich hier sprach, und er hatte schlicht und ergreifend einfach vergessen mich mit meinem Titel anzusprechen, das war alles. Glaubte ich. „Mach so etwas nie wieder.“
Er blieb stumm. Eine eindeutige Aussage. Würde ich ein zweites Mal in eine solche Situation geraten, würde er wieder zur knurrenden Bestie werden. Stöhn. Es half alles nichts. Es war früh am Morgen, ich war müde, und geschafft, hatte nicht mehr wirklich die Kraft mich zu streiten, und in meinem Zimmer wartete ein himmlisches Bett auf mich. Es gab für mich keinen Grund mehr, noch weiter hier zu verweilen. „Okay“, stimmte ich letztendlich zu. „Bring mich zurück.“
Es war in seinen Augen zu sehen, wie erleichtert er über meine schnelle Zustimmung war.
Er ließ mich vor sich in den Wald eintauchen. Sobald ich die ersten Bäume hinter mich gebracht hatte, wurde es wieder dunkler. Nicht so dunkel, wie auf dem Hinweg, aber doch dunkel genug, um mich über zahlreiche Wurzeln stolpern zu lassen.
Wir nahmen nicht den Weg auf dem ich gekommen war, sondern einen quer durch das Unterholz. Sydney hatte in seiner Gestallt keine großen Schwierigkeiten vorwärts zu kommen, mir dagegen schlugen ein paar Mal Blätter und Äste ins Gesicht, und ständig hatte ich das Gefühl, dass irgendwelche Krabbelkäfer auf mir rumkletterten. Das war echt widerlich. „Hey, mach mal ein bisschen langsamer, ich hab nur zwei Beine, auf denen ich mich fortbewegen kann.“
Sydney, der schon vier Meter vor mir war, hielt an, und drehte sich zu mir um. „Tut mir leid, ich vergaß, dass Ihr nur in der schwachen Gestalt streifen könnt.“
„Was heißt hier schwache Gestallt? Wenn ich wollte, könnte ich dir mir meinem schwachen Fuß in den Hintern treten.“ Ich wich einer Wurzel aus, übersah den Tiefhängenden Ast, und knallte mit dem Kopf volles Rohr dagegen. „Aaah!“ Ich sah Sterne. Das gab echt fiese Kopfschmerzen. „Verdammt, muss diese verkackte Grünzeug hier überall wachsen?“ Mit der Hand drückte ich mir gegen die Schmerzende Stelle an meiner Stirn, und verfluchte Sydney dafür, dass wir nicht den Weg über den Pfad genommen hatten. Wahrscheinlich war das seine Art mich zu bestrafen.
„Kommt“, sagte er schlicht, ohne auf mein Aua Wehweh einzugehen. „Wir haben es gleich geschafft.“
Na hoffentlich. Bei dem nächsten Zusammenprall, würde ich mich einfach hinsetzen, und mich nicht mehr von der Stelle bewegen, bis der Wald um mich herum abgeholzt war.
Etwas langsamer als vorher, trottete Sydney vor mir her. Während wir schweigend durch den Wald liefen, dachte ich darüber nach, was gerade geschehen war. Ich hätte fast einen fremden Vampir geküsst, und das nur, weil ich gehofft habe, dadurch ein wenig vergessen zu bekommen. Im Nachhinein wirkte die ganze Aktion ziemlich bescheuert. Einfach mit einem wildfremden in den Wald verschwinden, ohne auch nur einen meiner Freunde Bescheid zugeben. Lu und Diego würden so richtig sauer auf mich sein. Aber bei allem was gewesen war, gab es doch eine Sache, die mich besonders belastete, und die so hätte nicht passieren müssen. „Das was du über meinen Vater gesagt hast, war echt unterste Schublade.“
Zögernd blieb er stehen, und sah mich unsicher an. Ich ging einfach weiter, wollte keine Entschuldigungen hören. „Das war nicht auf Euch bezogen, sonder auf seine Strafe.“
„Egal wie es gemeint war, es war das Letzte. Und sagst du so was noch mal, sorge ich dafür, dass man dir das gleiche Schicksal zuteilt!“ Dann wird er sich zweimal überlegen, ob er noch mal über jemand so herzlos spricht.
Ich ging einfach weiter. Erst nach ein paar Metern, bemerkte ich, dass nur noch meine Schritte auf dem Laubbedeckten Boden zu hören waren. Ich sah mich nach ihm um, und selbst in dieser Gestalt, konnte ich das Entsetzen erkennen, das sich in seinem Gesicht abspielte. Schuldgefühle brachen in mir aus. Egal was ich hätte sagen können, das war das Falscheste, was es gab. Ihm mit der Strafe des Einsamen Wolfs zu drohen, war das aller letzte. Unterste Schublade, wie ich gerade selber zu ihm gesagt hatte. Ich war nicht besser als er. „Das habe ich nicht so gemeint“, sagte ich kleinlaut. „Ich würde nie wollen, dass du den Hof verlässt, und schon gar nicht als Einsamer Wolf. Es tut mir leid.“
Er sprach nicht mit mir. Er ging nur an mir vorbei, führte mich aus dem Wald direkt auf die Koppel. Ein ganzes Stück weiter, als ich ihn mit Alex betreten hatte. Den ganzen Weg über zum Schloss, sprach er kein Wort mehr. Ein paar Mal versuchte ich witzig zu sein, aber er blieb stumm, brachte mich schweigend in das alte Gemäuer, das so sehr einer Festung aus dem Mittelalter ähnelte, bis hinauf in den Westflügel, in dem mein Zimmer lag. Kaum hatte ich die Treppe hinter mir gelassen, als eine wutschnaubende Lu auf mich zugestampft kam. Ihre Melodramatik bekam ich nur am Rande mit. Meine Aufmerksamkeit galt Sydney, der ohne ein Wort des Abschieds den Rückzug antrat. Das Letzte was ich von ihm sah, war seine Rutenspitze, die unter der Treppe verschwand.
Super, ich hatte es geschafft ihn zu vergraulen. Niedergeschlagen ließ ich Lu stehen, beachtete auch nicht Diego, der sich ausnahmsweise einmal mit seinen Tadeln zurückhielt – wahrscheinlich auch nur, weil wir deswegen gerade einen Streit hinter uns hatten –, und verzog mich auf mein Zimmer. Ich schloss die Tür hinter mir ab, und ließ mich auf meine Couch sinken. Dann saß ich einfach so da.
Die Sonne kroch am Himmel immer hör, solange bis ich ihre wärmenden Strahlen in meinem Nacken spürte. Es war still im Zimmer. Nicht mal das ticken einer Uhr war zu hören. Daher zuckte ich auch vor Schreck zusammen, als mein Handy plötzlich losschrillte. Zu erschöpft um wütend zu werden, griff ich einfach in meine Tasche, und hielt es mir ans Ohr. „Hallo?“
Stille.
Nicht schon wieder. „Hör zu, ich hatte eine echt beschissene Nacht, und habe keine Lust auf diese Spielchen, also entweder sagst du etwas, oder legst einfach auf.“
Es wurde nichts gesagt, und auch nicht aufgelegt. Nur das leise Atmen, blieb.
Ich stützte mein Gesicht in die Hand. Meine Haare umgaben mich wie ein Schleier. Warum musste mir das alles passieren? Hatte ich für einen Tag nicht schon genug durchgemacht? Ein stiller Anrufer war das letzte, was ich noch gebrauchen konnte. „Wer bist du?“
Keine Antwort.
„Warum rufst du mich an?“
Keine Antwort.
Langsam wurde das echt unheimlich, aber ich war einfach zu geschafft, um mich darüber zu wundern. „Warum könnt ihr mich nicht einfach alle in Ruhe lassen.“, fragte ich schwach. „Sucht euch jemand anders, auf dem ihr herumhacken könnt.“ Ich legte auf, warf das Handy auf den Tisch, und rollte mich an Ort und Stelle auf der Couch zusammen. Ich war so müde, dass ich den Weg ins Bett gar nicht erst in Angriff nahm.
Der Schlaf kam über mich, kaum dass ich die Augen geschlossen hatte, und die wenigen Stunden, die mir blieben, verbrachte ich Traumlos. Erst als ich durch Klopfen an der Tür geweckt wurde, durchtrat ich den Schleier, der mich in der Welt des Schlafs hielt. In den letzten Tagen war ich so durch den Wind, dass nicht mal meine innere Uhr mich aus dem Bett bekam. Todmüde richtete ich mich auf, und schleifte mich gähnend an die Tür. Draußen stand Fira, und erinnerte mich daran, dass ich in einer halben Stunde beim Unterricht sein musste. Über die Hose, die ich trug, verlor sie kein Wort.
Während ich unter der Dusche stand, in der Hoffnung, den Schlaf damit aus meinem Körper zu vertreiben, suchte sie mir etwas Passendes aus meinem Schrank. Ein mintgrünes Kleid, mit passenden Ballerinas, und einer Kette, in der so ein fetter Klunker eingelassen war, dass ich befürchtete, davon Nackenschmerzen zu bekommen. Wortlos warf ich mich in die Klamotten. Ich gab ihr noch den Auftrag, die Hose gewaschen an Kai zurückzugeben, und machte mich dann auf dem Weg zu Tanz bei der van Schwärn. Würg. Dieser Morgen konnte echt nicht mehr schlimmer werden.
Heute stand der Menuette auf dem Plan, doch ich war noch so müde, dass ich die Schritte am laufenden Meter verwechselte, oder vergas, und die Schwärn schon einen ganz roten Kopf bekam. Sie hatte mehr Ähnlichkeit mit einer Tomate, als mit einem Menschen, und in Etikette danach wurde es nicht besser. Eigentlich sollte ich nur eine halbe Stunde Wiederholung machen, aber da mein Hirn wegen des Schlafmangels nicht richtig funktionierte, wurden daraus locker eineinhalb Stunden. Danach hatte sie nur noch Zeit dafür mir eine Einführung in Benimmregeln und Auftreten bei besonderen Anlässen zu geben.
Vielleicht war ich eine schlechte Schülerin, aber es tat mir überhaupt nicht leid.
Nach dem Unterricht verzog ich mich zusammen mit Diego und Lu auf mein Zimmer. Wir setzten uns vor den Fernseher, aber da wir alle drei nicht besonders viel Schlaf in der letzten Nacht bekommen hatten, ratzten wir ziemlich schnell weg.
Erst am Nachmittag, als mein Handy klingelte, wachte ich auf. Diego war schon wach. Ich hatte mit dem Kopf in seinem Schoss geschlafen, und von seiner Hose nun ganz viele Knitterfalten im Gesicht.
Noch halb im Land der Träume, langte ich nach meinem Handy, und hielt es mir ohne auf das Display zu schauen ans Ohr. „Hallo?“
Halb rechnete ich damit, wieder nur angeschwiegen zu werden, doch dieses Mal hatte ich einen gesprächigen Gesprächspartner am Ohr. „Hast du geschlafen?“
Meine Ma! Mit einem Schlag war ich hellwach, und setzte mich auf. „Nein, ich meine ja, ja hab ich, aber egal. Wie geht es dir? Was machst du so? Was ist mit Elvis?“ Die Stimme meiner Mutter zu hören, war so wunderbar, dass mir vor Glück fast die Tränen in die Augen stiegen.
Sie erzählte mir, was seit meiner Abreise so alles los war. Tim hatte Angerufen, und Onkel Erik hatte mich für eine Woche auf Omimis alte Farm in Vöhl eingeladen. Nur zu gerne würde ich mich auf das Stückchen Land zurückziehen, auf dem ich jedes Jahr mehrere glückliche Wochen verbrachte.
Seit meine Omimi gestorben war, stand das Haus die meiste Zeit des Jahres leer, und nur für mich hielt Onkel Erik es in Schuss. Dieses Jahr würde ich nicht hinfahren können, die Regenten würden es mir sicher nicht erlauben. Das Fragen konnte ich mir auch gleich sparen.
Ma erzählte mir von Elvis, der nur noch kurz nach Hause kam, und sofort wieder verschwand, wenn er mich nicht fand. Sie erzählte mir von Pa, mit dem sie am Morgen telefoniert hatte. „Ich soll dich schön von ihm grüßen, und er hofft, dass es dir gut geht. Es tut ihm leid, dass er nicht bei dir sein kann, aber er darf nicht.“
„Er ist gar nicht hier“, sagte ich leise. „Sie haben ihn auf irgendeine Geschäftsreise in Brasilien geschickt.“ Neben mir schnarchte Lu auf. Nicht besonders Ladylike.
Meine Mutter seufzte gequält. „Das hatten wir schon befürchtet. Sie vorenthalten ihn dir, weil …“
„Er ein Einsamer Wolf ist“, beendete ich ihren Satz, und fühlte mich mindestens so schlecht, wie meine Mutter sich anhörte. „Aber er könnte doch wenigstens einmal anrufen.“
„Das darf er nicht. Allein die Tatsache, dass er einmal ein Prinz war, hat uns geholfen, dass sie dich nicht schon als Baby geholt haben.“
„Aber du rufst mich doch auch an, warum dann nicht er?“
„Ach Schatz, sei nicht traurig. Er würde gerne mit dir sprechen, aber es ist ihm verboten. Halt einfach noch ein bisschen durch, bald bist …“
Der Rest ihrer Worte ging in meinen Gedanken unter. Er darf nicht mit mir sprechen. Das war der einzige Gedanke in meinem Kopf. Er brauchte mich nicht anrufen, weil er ja sowieso nicht mit mir sprechen durfte. Aber was wenn er mich anrief, und nicht mit mir sprach? Wenn er anrief, spät nachts oder früh am Morgen, damit es niemand mitbekam? Verfluchter Teufelshund, die seltsamen Anrufe, das war Pa!
„… noch da?“
Die Stimme meiner Mutter erinnerte mich daran, dass ich sie noch am Ohr hatte. „Ähm, ja klar. War nur kurz abgelenkt. Also schieß los, was gibt es sonst noch Neues?“
Die Astern in ihrem Beet waren aufgeblüht, und ein Maulwurf hatte sich in ihrem geliebten Garten niedergelassen. Letzteres verlangte nach schneller Handlung, bevor das Vieh auf die Idee kam, ihren ganzen Garten umzugraben. Dann war ich dran zu erzählen. Von meinen Großeltern, und Onkels, Tanten, Cousin, und, und, und. Natürlich ließ ich mich über die van Schwärn aus, und Master Jacques diesen Arschkriecher. Ich erzählte ihr von Xaverine, Sydney, Fira, Alex, dem Stern von Chaim, und meinem Ball. Auch von der Lichtung auf der ich mit Chris war, und wie es mit der ganzen Situation hier ging. Was ich für mich behielt, war die Party, und das was ich fast mit Chris getan hatte. Und auch das schlechte Gewissen, das mich wegen dem plagte, was ich zu Sydney gesagt hatte.
Wir telefonierten mehr als zwei Stunden, doch so schwer es mir auch fiel, irgendwann musste ich auflegen. Mein Akku machte langsam schlapp, und mein Magen knurrte so laut, das meine Mutter es durch den Hörer hören konnte. Ich schloss mein Handy ans Ladegerät, und ließ Lu schlafen, während ich mir mit Diego etwas Essbares in der Küche besorgte. Und was das für eine Küche war, das hätte ich nicht gedacht. Keine alten Öfen, sondern eine richtig moderne Großküche mit allerlei Gerätschaften, die ich noch nie gesehen hatte. Töpfe und Pfannen, in den ich hätte baden können.
Ich bekam einen großen Vorgeschmack auf das Abendessen, aber da ich solchen Hunger hatte, und es erst in einer Stunde offiziell etwas geben würde, schlug ich mir den Wanst so voll, dass ich mich kaum noch bewegen konnte.
Als die Knochen abgenagt waren, der Teller geleckt, und ich pappen satt, ging ich zurück auf mein Zimmer. Es gab noch eine dringende Angelegenheit, die ich klären musste, damit sich mein schlechtes Gewissen verzog. Und da man nie mit leeren Händen zu Kreuze kroch, und Sydney heute auch noch Geburtstag hatte, brauchte ich noch eine Kleinigkeit für ihn, aber da ich den Hof nicht verlassen durfte, um ihm etwas zu kaufen, blieb mir keine andere Möglichkeit, als ihm etwas von mir zu schenken, und da hatte ich auch schon eine Idee. Nur etwas kleines, aber immerhin.
Aus dem Kätzchenarmband, das ich von meinem Vater bekommen hatte, trennte ich ein Glied, zog es auf ein ledernes Band auf, und hatte ihm so eine Kette gebastelt, zu dem ich das passende Armband trug. Das würde ihm bestimmt gefallen – mir jedenfalls tat es.
Während ich die Kette mit einem Knoten verschloss, wandte ich mich zu Diego. „Weißt du wo ich Sydney um diese Zeit finde?“
„Er müsste in der Bibliothek sein, dort hält er sich eigentlich immer auf.
Das passte zu ihm. Eigentlich hätte ich selbst auf die Idee kommen können. „Na dann, auf in die Bibliothek.“.